21. Januar 2014

Studien zur Gründerkultur in Deutschland – Furcht vor dem Scheitern

Im internationalen Vergleich, scheinen die Deutschen nicht so viel von der Selbständigkeit zu halten. Nach Angaben einschlägiger Studien (Amway Global Entrepreneurship Report 2013 und Global Entrepreneurship Monitor 2013) zum Thema Existenzgründung haben nur 57% der Deutschen eine positive Einstellung zur Selbstständigkeit. Damit liegt Deutschland bei den untersuchten 19 europäischen Ländern auf dem drittletzten Platz. Nur Ungarn und Österreich haben eine negativere Einstellung zur Selbstständigkeit.  Durchschnittlich haben 70% aller rund 26.000 befragten Personen aus 24 Ländern ein positives Bild von der Selbstständigkeit, so eine Studie die von Amway in Auftrag gegeben und von der GfK in Nürnberg durchgeführt wurde. Am besten schneiden die skandinavischen Länder Dänemark (89%) und Finnland (87%) ab.

Auch das Potential für Existenzgründungen ist in Deutschland bisher unterdurchschnittlich ausgeprägt. So sagen nur 26% aller befragten aus Deutschland, dass sie sich vorstellen könnten sich selbstständig zu machen. Während zum Beispiel in Griechenland, trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise mehr als 50% der Befragten sich eine Selbstständigkeit vorstellen könnten.

Die Rückläufige Neigung sich selbstständig zu machen könnte gerade die vornehmlich mittelständisch strukturierte deutsche Wirtschaft erheblich treffen. Nach einer Prognose des DIHK wird die Anzahl der Selbstständigen bist zum 2050 um rund 1 Mio. gegenüber 2013 zurückgehen. Eines der größten Hindernisse für eine Selbstständigkeit ist die Angst vor dem Versagen. 79% der befragten Deutschen sagen, dass sie besondere Angst vor dem Scheitern einer Existenzgründung hätten. Insbesondere werden mit dem Scheitern einer Selbstständigkeit finanzielle Belastungen bis hin zu einer Insolvenz verbunden.

Es bleibt also viel zu tun.  Immerhin schreibt die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag, dass „Existenzgründer von heute … der Mittelstand von morgen“ sind. Damit werden ambitionierte Ziele verbunden, so soll  die Zahl der Gründungen, von derzeit 10.000, in den nächsten Jahren kontinuierlich auf 15.000 pro Jahr gesteigert werden.

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