27. Juni 2014

finally 42 – individuelle Softwarelösungen für hochkomplexe, datenintensive Anwendungen

HusemannZum Thema IT Start-ups im Ruhrgebiet sprach Ruhrpott Start-ups mit Carsten Husemann, Gründer und Geschäftsführer der finally42 GmbH aus Essen.

 

finally42-logo

 

 

Rurhpott Start-ups: Hallo Carsten, Du hast zusammen mit Jan Jannek und Markus Horn im letzten Jahr die finally42 GmbH gegründet. Was macht Euer Geschäftsmodell so besonders?

Carsten: Wir entwickeln individuelle Softwarelösungen mit hochkomplexen und datenintensiven Anwendungsfällen. Das Besondere dabei: Wir überführen bestehende interne Lösungen in eine professionell maßgeschneiderte Web-Anwendung mit Datenbankunterstützung. Dafür bringen wir 15 Jahre an persönlicher Erfahrung mit nationalen und internationalen Kunden ein. Unser Vorgehen hat sich inzwischen branchenübergreifend bewährt.

Die meisten unserer Applikationen basieren auf ColdFusion. ColdFusion ist eine für web-basierte Anwendungen konzipierte Scriptsprache und Datenbankanwendung, die seit einigen Jahren von Adobe Systems weiterentwickelt wird. Die entwickelten Applikationen können wahlweise auf einem ColdFusion-Application-Server von Adobe oder Railo betrieben werden. Der Anwender benötigt lediglich noch einen aktuellen Webbrowser um die zentrale Server-Applikationen zu nutzen.

Es gelingt uns also, hochkomplexe Lösungen ganz einfach anwendbar zu machen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Der Anwender muss keine zusätzliche Software installieren und aktualisieren, und wir können uns voll auf die serverseitige, zentrale Realisierung der kundenindividuellen Anforderungen konzentrieren.

Zu unseren Kunden gehören mittelständische Firmen sowie Unternehmen, die weltweit agieren und teilweise mehrere tausend Mitarbeiter haben.

Natürlich bieten wir neben der Projektarbeit auch eigene Softwareprodukte an. Diese haben ihren Schwerpunkt in der Zertifizierungsbranche für den Mobilfunkbereich. Hier geht es speziell um weltweite Zertifizierungsanfordungen. Konkret: Welche Eigenschaften muss ein Produkt letztlich erfüllen, um von den internationalen Mobilfunknetzanbietern akzeptiert zu werden.

Ruhrpott Start-ups: Erzähl doch mal was finally42 genau macht und wie ihr auf Eure Geschäftsidee gekommen seid?

Carsten: Unsere persönliche jahrelange Erfahrung in der Softwareentwicklung hat ihren Ursprung in der Mobilfunk- und Zertifizierungsbranche. Diese Erfahrung und Kenntnisse bringen wir in die finally42 ein. Unsere Geschäftsidee hat sich über mehrere Jahre hin entwickelt. Finalisiert haben wir sie dann Anfang letzten Jahres. Veränderungen beim ehemaligen gemeinsamen Arbeitgeber haben uns Ende 2012 den entscheidenden letzten Impuls für die Selbständigkeit gegeben. Das ist ein Schritt, auf den wir stolz sind.

Ruhrpott Start-ups: Für welche Kunden ist eure Dienstleistung interessant und wie geht ihr bei der Kundenakquise vor?

Grundlage für die Kundenakquise sind bestehende Kontakte. Außerdem zeigen wir uns auf Gründerforen und engagieren uns in Netzwerkmeetings, bei Verbandstreffen sowie Fachmessen. Die beste Werbung ist aber das Empfehlungsmanagement.

Anfänglich war unser Ansatz, sich auf eine spezielle Kundengruppe, den Mobilfunkmarkt und dort insbesondere auf die Zulassung und Zertifizierung, zu konzentrieren. Das haben wir schnell verworfen. Heute sind wir branchenübergreifend unterwegs, denn unsere Dienstleistungen sind für jede Art von Geschäftskunden interessant.

Jedes Unternehmen hat einen Workaround für eine nicht vorhandene oder schlecht integrierte Softwarelösung. Oftmals „entwickeln“ Mitarbeiter nebenbei eine Excel oder Wordlösung, lesen sich in die Visual Basic Entwicklung für Applikationen ein und verlassen so ihr eigentliches Arbeitsumfeld, in dem sie die Experten sind. Das geht dann solange gut, bis der Mitarbeiter an seine Grenzen stößt, Fehler und Probleme auftreten, oder der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.

finally42 analysiert diese selbstgeschusterten Inhouse-Lösungen und bietet dem Unternehmen eine individuelle Softwarelösung an. Wir passen also keine bestehende Standardsoftware an, sondern wir entwickeln genau auf die Kundenwünsche optimierte Softwarelösungen.

Der größte Erfolg ist es, wenn der Kunde die Bedienung der Software nicht mehr erlernen muss, sondern diese seinen täglichen Arbeitsablauf einfach mitbegleitet.

Da gibt es dann ganz berühmte Beispiele von Softwareapplikationen, wo der Mitarbeiter nach zwei Wochen Urlaub erneut eine Schulung benötigt, da die Software einfach nicht „sprechend“ ist. Also wenn zum Beispiel die Urlaubstage unter „UAN01“ gelistet werden.

Die Herausforderung in der Akquise besteht für uns darin, den ersten Kontakt zum richtigen Ansprechpartner im Unternehmen zu finden. Dieser richtige Ansprechpartner ist sich des Problems der „internen Lösung“ bewusst und will dieses durch den Einsatz einer zu 100% auf den Unternehmensbedarf entwickelten individuellen Softwareapplikation lösen.

Ruhrpott Start-ups: Wie schätzt Ihr den Markt für Datenbankanwendungen ein?

Carsten: Der Markt und die aktuelle Nachfrage sind riesig, da wir branchenübergreifend agieren. Jedes Unternehmen besitzt Daten, die meistens in Form von Exceltabellen auf einzelnen PCs oder Servern liegen. Der Wunsch der gemeinsamen und verteilten Nutzung dieser Daten ist die Ausgangslage für die Entwicklung einer Datenbankanwendung, die im Idealfall als Inter- oder Intranet-Applikation eingesetzt werden kann.

Ruhrpott Start-ups:Welche Wachstumschancen seht ihr hier für Euer Start-up?

Carsten:
Unsere Zeichen stehen auf Wachstum. Um realistisch zu sein, muss aber auch die entsprechende Kapitaldeckung für die nächsten Monate oder besser Jahre gesichert sein. Die nächsten logischen Schritte sind also zuerst externe Mitarbeiter einzubinden und den notwendigen Kapitalbedarf durch Aufträge und Investoren zu decken und zu sichern.

Ruhrpott Start-ups: Was waren aus Deiner Sicht die größten Schwierigkeiten beim Start in die Selbständigkeit?

Carsten: Der bürokratische Aufwand ist einfach nicht zu unterschätzen. Bis die finally42 GmbH nicht mehr als finally42 GmbH i.G. auftreten musste, verging einige Zeit. Die Namensrechteeintragung finally42 dauerte fast 6 Monate.

Schön ist es, wenn direkt nach der Gründung sich die ersten Erfolge zeigen. Den ersten Auftrag zu realisieren und anschließend die Rechnung zu schreiben ist schon toll.

Als kleine Anekdote fällt mir folgenden eins: Die Bank benötigte die GmbH-Eintragung, um ein Konto zu eröffnen, und der Notar benötigte einen Nachweis des eingezahlten Stammkapitals zur Anmeldung der GmbH, das war ein klassisches Henne-Ei-Problem.

Ruhrpott Start-ups: Worauf muss man aus Deiner Sicht als Gründer besonders achten?

Carsten: Als Tipp kann ich nur geben: Schau dir deine Partner und Gründungsmitglieder genau an. Ich kenne Markus und Jan durch unseren vorherigen gemeinsamen Arbeitergeber seit nun 10 Jahren. Das ist eine starke Basis. Jeder weiß genau, was er an dem anderen hat, kann sich auf den anderen voll verlassen. Diese Konstellation ist erfolgreich.

Ruhrpott Start-ups: Derzeit seid Ihr auf der Suche nach Beteiligungskapital. Was macht eine Beteiligung an Eurem Unternehmen so attraktiv für einen Investor?

Carsten: Unsere Qualifikation und Erfahrung in der Softwareentwicklung für Großkunden z.B. aus der Mobilfunk- und Zertifizierungsbranche, machen uns zu einem starken Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Wir sind gerade in der Startphase mit einigen interessanten Projekten bei Großkunden aus diversen Branchen. Der berühmte erste Schritt ist getan, und die Zeichen stehen auf langfristige Zusammenarbeit. Hier steckt das Potenzial auch für Beteiligungen, mit uns zu wachsen und langfristig zusammen zu arbeiten.

Ruhrpott Start-ups: Lieber Carsten, besten Dank für das Gespräch und vor allem Viel Erfolg für Finally 42

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